1000 Jahre Ersterwähnung

Leipzig findet Eingang in die Geschichtsschreibung

Das Jubiläum 1000 Jahre Leipzig geht zurück auf Thietmar, Bischof von Merseburg (975/976-1018). Im siebten Buch seiner Chronik für das Jahr 1015 heißt es: "Dann erkrankte der wackere Bischof Eid, der eben mit großen Geschenken aus Polen zurückgekehrt war, und gab am 20. Dezember in der Burg Leipzig Christus seine treue Seele zurück." Die von ihm erwähnte Burg ("in urbe Libzi") muss westlich der heutigen Großen Fleischergasse auf dem Hügel des damaligen Matthäikirchhofes gelegen haben. Eid war von 992 bis 1015 Bischof von Meißen - mit Thietmars Bericht über dessen Tod ist die früheste Nennung Leipzigs überliefert.

Dabei sind sich Historiker hinsichtlich der Verlässlichkeit des Berichts einig: "Die Chronik ist neben Widukinds 'Sachsengeschichte' eine der wichtigsten Quellen für
 die Ereignisse des 10. und 11. Jahrhunderts", bestätigt Dr. Volker Rodekamp, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig. Außerdem fügt er an: "Einige werden sich vielleicht noch an die 800-Jahr-Feier Leipzigs 1965 erinnern und wundern sich nun. Damals nahmen die Stadtväter eine Urkunde zu den städtischen Rechten Leipzigs zum Anlass, die zwischen 1156 und 1170 verliehen wurde. Dieses Jubiläum orientierte sich folglich an der Stadtwerdung Leipzigs und nicht an der Ersterwähnung des Ortes."